Langsam geht die Sonne unter und die noch kühle Luft an einem Frühlingsabend im März ist erfüllt von Vogelgezwitscher und dem Quaken der Erdkröten. Und da ist eine. Ein großes Weibchen bahnt sich
seinen Weg durch das Gras am Randstreifen einer Straße. Es macht einen vorsichtigen Hüpfer. Und dann noch einen. Jetzt hat es schon den rauen Asphalt der Straße unter seinen kleinen Füßen.
Die näher kommenden Motorengeräusche hört es nicht - das Laichgewässer auf der anderen Seite der Straße wird es nicht wieder sehen.
So wie dieser Erdkröte geht es in jedem Jahr tausenden Amphibien. In Deutschland gibt es 21 verschiedene Arten. Zu ihnen gehören Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander. Mit wenigen
Ausnahmen müssen sie alle in jedem Frühjahr zu ihren Laichgewässern wandern. Die Tiere, die diese gefährliche Reise überleben, legen dort ihre Eier - den Laich - ab, aus dem sich die
nächste Generation ihrer Art entwickelt.

An der Mühlenstraße (L449) bei Ottensen müssen jedes Jahr hunderte Erdkröten, aber auch Molche und Frösche, vom Dülhorst kommend über die Straße zu "ihrem" Laichgewässer auf der anderen Straßenseite wandern. Um sie vor dem Straßentod zu retten, stellt der NABU Lindhorst entlang der Straße einen niedrigen Zaun auf und gräbt entlang des Zauns Fangeimer ein. Die wandernden Amphibien fallen in die Eimer und werden dann entnommen und sicher über die Straße getragen.
Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Zunächst muss der Zaun aufgestellt werden. Steht er, wird er jeden Tag am frühen Morgen kontrolliert. Sind Amphibien in den Eimern, werden sie in Transporteimer umgefüllt (und dabei gezählt) und über die Straße getragen.
Amphibienschutz ist also aufwändige Handarbeit - helfende Hände sind daher herzlich willkommen!
Egal, ob man an vielen Tagen in der Saison mit anpacken kann oder nur ein- oder zweimal Zeit hat.