
Seit dem 16. Jahrhundert entstanden in Teilen des heutigen Deutschlands "Streuobstwiesen", also nennenswerte Anpflanzungen von Hochstamm-Bäumen. Als Standorte dienten dmals die gärtnerischen Anlagen rund um Siedlungen.
Die weiteste Verbreitung des Streuobstanbaus in eutschand und Europa gab es zwischen 1930 und 1955.
Aus Sicht des Naturschutzes sind Streuobstwiesen wahre Paradise für bedrohte Arten. Ohne Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmitteln bieten sie zahlreichen Vöglen, Insekten und Pflanzen eine Heimat.

Zwei Streuobstwiesen werden vom NABU Lindhost im Samtgemeindegebiet betreut: Seit 1996 die Streuobstwiese am Ziegenbach bei Lüdersfeld und seit 2000 die Streuobstwiese am Eichenbruch. Die Flächen wurden von der Gemeinde Lüdersfeld bzw. der Kirchengemeinde Heuerßen gepachtet und mit zahlreichen unterschiedlichen und meist alten Obstsorten bepflanzt. Überwiegend stehen Apfelbäume auf unseren beiden Wiesen, aber auch die ein oder andere Birne, Pflaume oder Kirsche sind zu finden.
Für die biologische Vielfalt spielen Streuobstwiesen eine besondere Rolle: Aufrgund ihrer Strukturvielfalt und des mehrschichtigen Aufbaus (eine Kombination von hochstämmigen Obstbäumen und krautigem Unterwuchs) bieten sie beste Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt.
Eine einzige Streuobstwiese kann bis zu 450 Tier- und um die 3.000 Pflanzenarten beheimaten. Ein Kleinbiotop reiht sich an das andere, je nach Bodenbeschaffenheit entstehen unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Die verschiedenen Pflanzenarten locken wiederum spezifische Insekten, Amphibien, Reptilien und Säugetiere an, die Stämme, Knospen, Blüten und Früchte der Bäume, aber auch den Unterwuchs bevölkern. Zur Unterstützung der Artenvielfalt haben wir auf beiden Streuobstwiesen Insektennitshilfen und auf der Streuobstwiese bei Lüdersfeld zusätzlich eine Trockenmauer errichtet.

Die Bewirtschaftung unserer Streuobstwiesen erfolgt ohne Einsatz von Dünger und Pestiziden. Die Aktiven des NABU Lindhorst kümmern sich um die Pflege der Bäume, evtl. nötige Nachpflanzungen, Erneuerung von Verbisschutzen und Stützpfosten und natürlich um die Ernte. Aber auch die Pflege der Wiese selbst muss erfolgen. Hierbei erhalten wir auf beiden Flächen "tierische Unterstützung" von den Schafen eines örtlichen Schäfers: Die Tiere stehen zeitweise auf den Flächen und fressen den Aufwuchs runter, so dass die Wiesen nicht von Hand gemäht werden müssen. Und ganz nebenbei fördern die Schafe durch die Beweidung die Artenvielfalt auf unseren Streuobstwiesen. Vielen Dank! :)

Sie haben Lust, uns zu unterstützen?
Dann schicken Sie einfach eine kurze Mail an [email protected].